Praxismarketing ist mehr als die Summe seiner Einzelteile. Wer 2026 nur auf eine Maßnahme setzt, verliert - denn Patienten entscheiden sich über mehrere Kanäle. Dieser Deep-Dive zeigt, warum der Mix entscheidet und wie Praxen ihn strategisch aufbauen.

Warum Praxismarketing 2026 kein Einzelkanal mehr sein darf

Wer heute in einer Arztpraxis über Praxismarketing spricht, redet schnell über Google-Bewertungen, die eigene Website oder vielleicht noch über Social Media. Doch genau diese Einzelbetrachtung ist das Problem. Denn Patienten treffen ihre Entscheidung für eine Praxis nicht mehr über einen einzigen Kanal, sondern über mehrere Berührungspunkte, die zusammenwirken müssen. Eine Praxis kann noch so gute Bewertungen haben: Wenn die Website veraltet ist oder das Team am Telefon unfreundlich wirkt, bleibt der neue Patient am Ende doch fern. Und umgekehrt hilft die schönste Website nichts, wenn die Praxis online gar nicht auffindbar ist.

Praxismarketing ist deshalb kein Werkzeugkasten, aus dem man sich je nach Laune ein Instrument herauspickt. Es ist ein System, bei dem alle Teile ineinandergreifen. Das fängt bei der grundlegenden Frage an: Was will die Praxis überhaupt erreichen? Geht es um die Gewinnung neuer Patienten, um die Bindung bestehender Patienten oder um beides? Die Antwort darauf bestimmt, welche Maßnahmen Priorität haben. Wer nur auf Neupatienten schaut, vernachlässigt schnell die Patientenbindung, die langfristig die wirtschaftliche Basis jeder Praxis bildet. Und wer nur die Bestandspatienten im Blick hat, verpasst den demografischen Wandel, der viele Praxen vor die Frage stellt, wie sie ihren Patientenstamm langfristig sichern.

Hinzu kommt: Der deutsche Arztmarkt ist geprägt von einer paradoxen Situation. Die Nachfrage nach ärztlicher Versorgung steigt durch den demografischen Wandel und chronische Erkrankungen kontinuierlich, während viele Praxen gleichzeitig Patienten verlieren - nicht weil sie schlechter geworden wären, sondern weil sie online unsichtbar bleiben [10]. Das ist ein entscheidender Punkt: Es geht nicht darum, dass Praxen schlechtere Medizin machen als früher. Es geht darum, dass Patienten sie schlicht nicht mehr finden, weil ihre Suchwege sich verändert haben.

Die Konsequenz daraus ist: Praxismarketing ist eine Daueraufgabe, kein Projekt. Wer einmal eine Website erstellt hat und dann nichts mehr tut, wird schnell abgehängt. Wer einmal auf Bewertungen reagiert hat und dann wieder schweigt, verliert den Anschluss. Marketing ist wie ein Motor, der läuft - nicht wie ein Gerät, das man einmal einschaltet und dann vergisst.

Was Praxismarketing eigentlich bedeutet: Mehr als nur Werbung

Eine einheitliche Definition für Praxismarketing gibt es nicht, denn die Ziele und Wege dorthin können je nach Fachrichtung und Praxistyp sehr unterschiedlich sein [4]. Grundsätzlich aber umfasst Praxismarketing alle Maßnahmen, die der Patientengewinnung und Patientenbindung dienen [4]. Das klingt simpel, hat aber weitreichende Konsequenzen. Denn damit ist eben nicht nur Werbung gemeint, sondern der gesamte Außenauftritt einer Praxis - von der Website über Google-Bewertungen bis hin zur Kommunikation am Empfang [5].

Diese Weite des Begriffs ist vielen Praxen nicht bewusst. Sie denken bei Marketing an Anzeigen oder Flyer und übersehen, dass jeder Kontakt mit der Praxis - ob telefonisch, persönlich oder digital - Marketing ist. Der Empfang ist genauso ein Marketinginstrument wie die Website. Das Praxisteam ist genauso Teil des Außenauftritts wie die Google-Bewertungen. Wer das versteht, beginnt, Marketing nicht als Zusatzaufgabe zu sehen, sondern als Haltung, die den gesamten Praxisalltag durchzieht.

Ein wichtiger Baustein ist dabei das Reputationsmanagement. Es geht darum, den Ruf und die Außenwirkung der Praxis zu überwachen und positiv zu beeinflussen [4]. Das ist keine Eitelkeit, sondern wirtschaftliche Notwendigkeit. Denn der Ruf einer Praxis entscheidet mit darüber, ob neue Patienten kommen und ob bestehende Patienten bleiben. Und dieser Ruf entsteht heute maßgeblich online - durch Bewertungen, durch die Website, durch die Auffindbarkeit in Suchmaschinen.

Praxismarketing ist also kein Add-on, das man mal eben nebenbei erledigt. Es ist ein zentraler Bestandteil der Praxisführung. Und es wird immer wichtiger, weil die Konkurrenz nicht schläft: Wer sichtbar ist, gewinnt; wer unsichtbar bleibt, verliert. Das ist die harte Realität des Marktes.

Die Website als Fundament: Mehr als eine digitale Visitenkarte

Die Internetpräsenz ist inzwischen das führende Marketinginstrument für Arztpraxen [3]. Das hat sich in den letzten Jahren massiv verstärkt. Eine Website ist längst keine Option mehr, sondern Pflicht. Doch viele Praxen behandeln ihre Website immer noch wie eine digitale Visitenkarte: ein paar Seiten mit Öffnungszeiten, Kontaktdaten und einem Foto vom Praxisteam - und dann bleibt alles stehen. Das reicht nicht mehr.

Eine Website muss heute mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllen. Sie muss informieren, Vertrauen aufbauen und den Patienten zur Kontaktaufnahme bewegen. Sie muss auf dem Smartphone genauso gut funktionieren wie auf dem Desktop. Und sie muss in Suchmaschinen auffindbar sein - denn wer nicht gefunden wird, existiert für viele Patienten schlicht nicht.

Interessant ist dabei die Entwicklung, die das Deutsche Ärzteblatt bereits vor Jahren beschrieben hat: Mehr als 60 Prozent der Ärztinnen und Ärzte halten Marketingmaßnahmen für ihre Praxis für wichtig beziehungsweise sehr wichtig [3]. Und die Internetpräsenz ist dabei das führende Instrument [3]. Diese Einsicht ist da, aber die Umsetzung hinkt oft hinterher. Viele Homepages werden immer noch vom Arzt selbst gepflegt, und der Professionalisierungsgrad ist niedrig [3]. Das ist verständlich - Ärzte sind Mediziner, keine Webdesigner. Aber es zeigt auch: Hier liegt enormes Potenzial brach.

Eine gute Website ist keine Frage des Budgets, sondern der Strategie. Sie muss die richtigen Fragen beantworten: Wer ist die Praxis? Welche Leistungen bietet sie an? Wie erreicht man sie? Was können neue Patienten erwarten? Und sie muss diese Antworten so formulieren, dass sie sowohl für Menschen als auch für Suchmaschinen verständlich sind. Wer das schafft, hat ein Fundament, auf dem alles andere aufbaut.

Google-Bewertungen: Der stille Türöffner für neue Patienten

Bewertungen sind heute einer der wichtigsten Faktoren für die Sichtbarkeit einer Praxis. Sie beeinflussen, ob die Praxis bei Google gefunden wird, ob sie vertrauenswürdig wirkt und ob Patienten überhaupt erst Kontakt aufnehmen. Eine Praxis ohne Bewertungen ist wie ein Restaurant ohne Speisekarte: Man weiß nicht, was einen erwartet, und geht lieber woanders hin.

Dabei geht es nicht um die reine Anzahl, sondern um die Qualität und die Aktualität. Ein paar alte Bewertungen von vor Jahren nützen wenig, wenn die letzten Monate keine neuen Rezensionen gebracht haben. Patienten sehen das und schließen daraus: Hier passiert nichts, hier kümmert sich niemand. Deshalb ist es wichtig, kontinuierlich um Bewertungen zu bitten - zum Beispiel mit einem kleinen Hinweis am Empfang oder nach einem gelungenen Termin.

Aber Bewertungen sind kein Selbstläufer. Sie müssen auch beantwortet werden - und zwar nicht nur die negativen, sondern auch die positiven. Das zeigt Wertschätzung und signalisiert: Wir nehmen Feedback ernst. Gerade negative Bewertungen sind eine Chance: Wer souverän und lösungsorientiert reagiert, kann aus einem Kritiker einen Fürsprecher machen. Wer schweigt, lässt den Eindruck entstehen, dass ihm die Meinung der Patienten egal ist.

Das Reputationsmanagement gehört also fest zum Praxismarketing dazu [4]. Es reicht nicht, Bewertungen zu sammeln. Man muss sie aktiv managen, beobachten und darauf reagieren. Das kostet Zeit, zahlt sich aber aus - denn Vertrauen ist das knappste Gut im Gesundheitswesen, und Bewertungen sind der sichtbarste Ausdruck dieses Vertrauens.

Das Praxisteam: Der wichtigste Marketingkanal, den man nicht kaufen kann

Alle digitalen Maßnahmen nützen nichts, wenn das Team vor Ort nicht mitspielt. Der Empfang ist der erste Eindruck, den Patienten von der Praxis bekommen - und dieser Eindruck prägt die gesamte Wahrnehmung. Ein freundliches Lächeln, ein offenes Ohr, eine kompetente Auskunft: Das ist Marketing, das man nicht kaufen kann.

Interessant ist, dass das Praxispersonal in der Wahrnehmung der Ärzte lange Zeit die wichtigste Werbewirkung hatte, bevor die Internetpräsenz diesen Platz übernahm [3]. Das zeigt: Die Bedeutung des Teams ist bekannt, aber sie wird oft unterschätzt. Dabei ist es genau das Team, das den Unterschied macht zwischen einer Praxis, die weiterempfohlen wird, und einer, die man vergisst.

Ein gut geschultes Team ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Es weiß, wie man mit Patienten spricht, wie man mit Beschwerden umgeht und wie man für eine positive Atmosphäre sorgt. Es kennt die Leistungen der Praxis und kann Patienten kompetent beraten. Und es versteht, dass jeder Kontakt - ob telefonisch, per E-Mail oder persönlich - ein Marketingmoment ist.

Das heißt nicht, dass das Team allein für den Praxiserfolg verantwortlich ist. Aber es heißt, dass Praxismarketing immer auch Teamentwicklung ist. Wer in sein Team investiert, investiert in seinen Ruf. Und wer sein Team vernachlässigt, riskiert, dass alle digitalen Maßnahmen ins Leere laufen.

Die wirtschaftliche Realität: Warum Marketing kein Luxus ist

Die wirtschaftlichen Zahlen für Arztpraxen sind gemischt. Die durchschnittlichen Einnahmen lagen 2023 bei 804 000 Euro je Praxis, ein Anstieg von 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr [2]. Gleichzeitig stiegen die Aufwendungen um 5,8 Prozent auf 493 000 Euro [2]. Der durchschnittliche Reinertrag sank um 6,3 Prozent auf 310 000 Euro [2]. Und die Hälfte aller Arztpraxen verzeichnete einen Reinertrag von höchstens 219 000 Euro [2].

Diese Zahlen zeigen: Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben geht auseinander. Die Inflation frisst die Einnahmensteigerungen auf, und die Praxen müssen immer mehr aufwenden, um ihren Betrieb zu finanzieren. In dieser Situation ist Marketing kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Denn wer keine neuen Patienten gewinnt und bestehende verliert, hat langfristig ein wirtschaftliches Problem.

Marketing ist dabei keine Kostenstelle, sondern eine Investition. Wer in seine Website, in Bewertungen und in sein Team investiert, schafft die Basis für stabile Patientenzahlen. Wer das nicht tut, riskiert, dass die Praxis langsam aber sicher austrocknet. Die Zahlen von Destatis zeigen die Dringlichkeit: Wenn die Aufwendungen schneller steigen als die Einnahmen, muss man entweder mehr Patienten behandeln oder die Kosten senken. Und mehr Patienten zu behandeln, geht nur mit gutem Marketing.

Das bedeutet nicht, dass jede Praxis ein großes Marketingbudget braucht. Aber es bedeutet, dass jede Praxis eine Marketingstrategie braucht - und die Bereitschaft, Zeit und Energie in die Umsetzung zu stecken. Wer das ignoriert, wird die wirtschaftlichen Folgen spüren.

Die häufigsten Fehler: Warum Praxismarketing oft scheitert

Praxismarketing scheitert selten an fehlenden Maßnahmen, sondern meist an fehlender Konsistenz. Viele Praxen starten motiviert, erstellen eine Website, sammeln ein paar Bewertungen - und lassen dann alles wieder einschlafen. Das Ergebnis: Die Sichtbarkeit sinkt, die Patienten bleiben aus, und der Frust wächst.

Ein weiterer Fehler ist das Kopieren von Maßnahmen, ohne die eigene Situation zu berücksichtigen. Was für eine große Gemeinschaftspraxis in der Stadt funktioniert, muss für eine kleine Landpraxis nicht richtig sein. Praxismarketing ist keine Einheitslösung, sondern muss zur jeweiligen Praxis passen - zur Fachrichtung, zur Lage, zum Team, zu den Zielen.

Hinzu kommt: Viele Praxen scheuen den Aufwand. Sie sehen Marketing als Zusatzbelastung zu einem ohnehin vollen Alltag und schieben es auf. Doch genau diese Haltung ist der Grund, warum so viele Praxen Potenzial verschenken. Marketing ist keine Belastung, sondern eine Investition in die Zukunft - und wer sie nicht tätigt, wird langfristig den Preis dafür zahlen.

Die gute Nachricht: Die meisten Fehler sind vermeidbar. Wer sich Zeit nimmt, eine Strategie zu entwickeln, wer konsequent dranbleibt und wer sein Team einbindet, hat gute Chancen, sich im Wettbewerb zu behaupten. Es braucht keine Wunder, sondern Beharrlichkeit.

Der Mix macht’s: Wie die einzelnen Maßnahmen zusammenwirken

Die eigentliche Kunst des Praxismarketings liegt nicht in den einzelnen Maßnahmen, sondern in ihrem Zusammenspiel. Eine gute Website zieht Besucher an, aber ohne Bewertungen fehlt das Vertrauen. Bewertungen schaffen Vertrauen, aber ohne Website bleibt die Praxis unsichtbar. Und das Team ist der Faktor, der aus Interessenten Patienten macht - oder sie vertreibt.

Dieses Zusammenspiel lässt sich an einem Beispiel verdeutlichen: Ein neuer Patient sucht nach einem Facharzt in seiner Nähe. Er findet die Praxis über Google, weil sie gut bewertet ist und die Website relevante Inhalte bietet. Er klickt auf die Website, liest sich die Leistungen durch und ruft dann an. Am Telefon wird er freundlich behandelt und bekommt einen Termin. Vor Ort erlebt er ein kompetentes Team und eine angenehme Atmosphäre. Er ist zufrieden - und schreibt vielleicht selbst eine Bewertung.

Dieser Kreislauf zeigt: Jede Maßnahme hat ihre Funktion, aber erst das Zusammenspiel macht den Erfolg aus. Wer nur auf Bewertungen setzt, aber die Website vernachlässigt, verliert Patienten an der nächsten Stelle. Wer nur auf die Website setzt, aber das Team nicht schult, verliert sie am Telefon. Und wer das Team schult, aber online unsichtbar ist, bekommt gar keine Gelegenheit, zu überzeugen.

Deshalb ist Praxismarketing immer systemisch zu denken. Es geht nicht darum, einzelne Maßnahmen zu optimieren, sondern darum, das Gesamtsystem zum Laufen zu bringen. Das erfordert Koordination, Kommunikation und die Bereitschaft, alle Beteiligten - vom Arzt bis zur Empfangsdame - ins Boot zu holen.

Praxismarketing als Daueraufgabe: Dranbleiben statt Aktionismus

Der größte Fehler im Praxismarketing ist der Aktionismus: kurzfristige Aktionen, die viel Energie kosten und wenig bringen. Dagegen ist die beste Strategie die Kontinuität. Wer regelmäßig kleine Schritte macht - eine Bewertung beantworten, einen Website-Text aktualisieren, ein Team-Meeting abhalten -, kommt langfristig weiter als derjenige, der einmal im Jahr eine große Kampagne startet.

Diese Kontinuität erfordert Disziplin und Struktur. Es braucht Verantwortliche, die sich um das Thema kümmern, und Routinen, die den Alltag entlasten. Ein monatlicher Marketing-Check kann helfen, den Überblick zu behalten: Was hat funktioniert? Was nicht? Was müssen wir anpassen? Diese Fragen sollte sich jede Praxis regelmäßig stellen.

Gleichzeitig ist es wichtig, flexibel zu bleiben. Die digitale Welt verändert sich schnell, und was heute funktioniert, kann morgen schon überholt sein. Wer sich zu sehr auf eine Maßnahme versteift, verpasst neue Entwicklungen. Wer aber offen bleibt und bereit ist, zu lernen, kann von Veränderungen profitieren.

Praxismarketing ist also kein Projekt mit Anfang und Ende, sondern ein Prozess. Wer diesen Prozess ernst nimmt und kontinuierlich daran arbeitet, wird langfristig die Früchte ernten. Wer ihn ignoriert, wird irgendwann feststellen, dass die Patienten ausgeblieben sind - und dann ist es oft schon zu spät.

Warum der Mix aus Website, Bewertungen und Team die Zukunft ist

Die Zukunft des Praxismarketings liegt nicht in einzelnen Disziplinen, sondern in ihrer Integration. Website, Bewertungen und Team sind die drei Säulen, auf denen der Erfolg einer Praxis ruht. Wer alle drei Säulen pflegt, ist gut aufgestellt. Wer eine vernachlässigt, riskiert, dass das ganze Gebäude ins Wanken gerät.

Die Website ist die digitale Visitenkarte, die den ersten Eindruck prägt. Bewertungen sind der soziale Beweis, der Vertrauen schafft. Und das Team ist das menschliche Gesicht, das den Unterschied macht. Diese drei Elemente sind untrennbar miteinander verbunden - und sie müssen zusammen gedacht werden.

Das erfordert ein Umdenken in vielen Praxen. Marketing ist nicht mehr die Aufgabe eines einzelnen Verantwortlichen, sondern eine Gemeinschaftsaufgabe. Der Arzt muss die Strategie vorgeben, das Team muss sie umsetzen, und alle müssen an einem Strang ziehen. Das ist anspruchsvoll, aber es ist der einzige Weg, der langfristig zum Erfolg führt.

Die gute Nachricht: Die Werkzeuge dafür sind vorhanden. Es braucht keine teuren Agenturen, keine komplizierten Tools - es braucht vor allem Klarheit, Konsistenz und den Willen, dranzubleiben. Wer das schafft, wird auch in Zukunft Patienten gewinnen und binden - und seine Praxis erfolgreich führen.

Praxismarketing und die rechtlichen Grenzen: Was erlaubt ist und was nicht

Ein Thema, das im Praxismarketing oft zu Unsicherheit führt, ist die rechtliche Seite. Ärzte unterliegen besonderen berufsrechtlichen Regelungen, die Werbung einschränken. Doch die Zeiten, in denen jede Form von Werbung verboten war, sind vorbei. Heute kommt es vor allem auf die Art und Weise an.

Grundsätzlich gilt: Information ist erlaubt, reine Werbung ist problematisch. Eine Praxis darf über ihre Leistungen informieren, ihre Qualifikationen darstellen und auf Besonderheiten hinweisen. Sie darf aber nicht mit reißerischen Slogans um Patienten werben oder Leistungen versprechen, die sie nicht halten kann. Diese Grenze ist nicht immer einfach zu ziehen, aber sie ist wichtig.

Ein Beispiel: Eine Praxis darf auf ihrer Website über ihre Spezialisierung berichten und erklären, warum sie für bestimmte Behandlungen besonders geeignet ist. Sie darf aber nicht behaupten, die beste Praxis der Stadt zu sein oder andere Praxen herabzusetzen. Solche Übertreibungen können nicht nur rechtliche Probleme verursachen, sondern auch das Vertrauen der Patienten beschädigen.

Die rechtlichen Grenzen sind also kein Grund, auf Marketing zu verzichten, sondern eine Einladung, kreativ zu werden. Wer es schafft, informativ und seriös zu kommunizieren, kann viel erreichen - ohne gegen Regeln zu verstoßen. Und wer unsicher ist, sollte sich beraten lassen, statt im Zweifel auf Nummer sicher zu gehen.

Die Rolle der Digitalisierung: Mehr als nur ein Trend

Die Digitalisierung hat das Praxismarketing grundlegend verändert. Früher reichte eine Anzeige in der Zeitung oder ein Eintrag im Telefonbuch. Heute entscheiden Suchmaschinen, Bewertungsportale und Websites darüber, ob eine Praxis gefunden wird. Wer diese Entwicklung ignoriert, wird abgehängt.

Die Digitalisierung ist aber kein Selbstzweck. Es geht nicht darum, möglichst viele digitale Kanäle zu bespielen, sondern darum, die richtigen Kanäle zu nutzen. Für die meisten Praxen sind das in erster Linie die eigene Website und Google - denn dort suchen Patienten nach Ärzten. Social Media kann sinnvoll sein, ist aber nicht für jede Praxis das richtige Werkzeug.

Wichtig ist, die Digitalisierung als Chance zu begreifen, nicht als Bedrohung. Sie ermöglicht es auch kleinen Praxen, sich zu präsentieren und Patienten zu gewinnen - wenn sie es richtig anstellen. Und sie ermöglicht es, den Erfolg von Maßnahmen zu messen und zu optimieren. Das ist ein großer Vorteil gegenüber den Zeiten, in denen Marketing reine Glückssache war.

Die digitale Zukunft wird dabei nicht stehen bleiben. Künstliche Intelligenz, Sprachassistenten und neue Suchwege werden das Patientenverhalten weiter verändern [9]. Wer heute die Grundlagen schafft - eine gute Website, gepflegte Bewertungen, ein geschultes Team -, ist für diese Zukunft gerüstet. Wer sie ignoriert, wird es schwer haben.

Praxismarketing im Team verankern: So gelingt die Umsetzung

Die größte Hürde im Praxismarketing ist nicht das Wissen, sondern die Umsetzung. Viele Praxen wissen, was zu tun wäre, aber sie tun es nicht - weil die Zeit fehlt, weil die Zuständigkeiten unklar sind oder weil es an Verbindlichkeit mangelt. Dabei gibt es einfache Wege, das zu ändern.

Der erste Schritt ist die Klärung der Zuständigkeiten. Wer ist für die Website verantwortlich? Wer beantwortet Bewertungen? Wer kümmert sich um die Patientenkommunikation? Wenn diese Fragen geklärt sind, kann die Arbeit beginnen. Wenn nicht, bleibt alles beim guten Willen - und der reicht bekanntlich nicht.

Der zweite Schritt ist die Etablierung von Routinen. Ein monatlicher Termin, an dem die Marketing-Aktivitäten besprochen werden, kann Wunder wirken. Dort werden Erfolge gefeiert, Probleme besprochen und nächste Schritte geplant. Diese Routine schafft Verbindlichkeit und hält das Thema präsent.

Der dritte Schritt ist die Einbindung des gesamten Teams. Marketing ist keine Chefsache, sondern Teamarbeit. Jeder Mitarbeiter kann einen Beitrag leisten - sei es durch freundliche Kommunikation, durch Hinweise auf die Website oder durch das Sammeln von Bewertungen. Wer das Team einbindet, schafft nicht nur bessere Ergebnisse, sondern auch mehr Identifikation mit der Praxis.

Praxismarketing ist also keine Last, sondern eine Chance. Wer sie ergreift, wird belohnt - mit mehr Patienten, mehr Zufriedenheit und mehr Erfolg. Wer sie ignoriert, wird die Konsequenzen tragen.

Das Wichtigste in Kürze

Praxismarketing ist 2026 weit mehr als Werbung: Es umfasst den gesamten Außenauftritt einer Praxis - von der Website über Bewertungen bis zur Kommunikation am Empfang [5]. Die Internetpräsenz ist das führende Marketinginstrument [3], aber sie entfaltet ihre Wirkung nur im Zusammenspiel mit Bewertungen und einem geschulten Team. Die wirtschaftliche Situation vieler Praxen ist angespannt - die Aufwendungen steigen schneller als die Einnahmen [2] -, was gutes Marketing umso wichtiger macht. Wer auf einen Mix aus Website, Bewertungen und Team setzt und diesen konsequent pflegt, ist für die Zukunft gerüstet. Wer nur auf einzelne Maßnahmen setzt oder das Thema vernachlässigt, riskiert, unsichtbar zu werden und Patienten zu verlieren [10].